Du erlebst die Welt
ganz unverstellt,
unmittelbar,
denn du bist ganz und gar
mit allen Sinnen in der Gegenwart.
Wenn du rennst, dann rennst du.

Du läufst durch deine Welt,
du bleibst nur, wo es dir gefällt.
Dort legst du dich nieder
und erwachst erst wieder,
wenn dir danach ist.
Wenn du schläfst, dann schläfst du.

Du fragst: Warum? Wozu? Bist du sicher?
Denn nichts ist dir unheimlicher
als eine Handlung ohne Sinn;
Mich lehrst du darin,
mich selbst zu hinterfragen.
Wenn du nicht willst, dann willst du nicht.

Wenn ich gehe, schaust du lange,
und dein Blick ist bange,
mir hinterher.
Du schaust und wartest, mein Herz wird schwer,
du wartest auf meine Wiederkehr.
Wenn du dich freust, dann freust du dich.

In deinen Augen kann ich es sehen,
der Versuch zu verstehen,
und eine reine Seele blickt zurück,
welch Glück,
und tief in mich hinein.
Wenn du liebst, dann liebst du.

(https://genius.com/Tocotronic-auf-den-hund-gekommen-lyrics). Wie es begann: Schon lange war der Wunsch meiner Frau nach einem Hund sehr groß. Auch in mir war der Wunsch vorhanden, aber es war bis zu unserem Umzug nach Bad Dürkheim und vor unseren beruflichen Veränderungen keine Option. 

Glücklicherweise haben meine Frau und ich was Hunde betrifft absolut den gleichen Geschmack. In 2021 haben wir einen Berger Blanc Suisse gesehen und sind über die Recherche nach dieser Rasse auf eine Seite mit Hüte-/Hirtenhunden in ganz Europa auf das Profil des Berger de Picardie gekommen. Das Aussehen hat uns sofort überzeugt, und die Charakterbeschreibung hat uns erstmal eher an uns selber erinnert als uns abzuschrecken. Über weitere Recherche haben wir herausbekommen, dass die Picard-Spezial (größte Ausstellung der Rasse Berger de Picardie in Deutschland) in unserer Nähe (Gernsheim) stattfindet. Also haben wir uns am 21.09.2021 auf den Weg dorthin gemacht. Als wir aus dem Auto ausstiegen und auf das Gelände gingen, wurden wir emotional überwältigt. Gänsehaut und Tränen in den Augen waren das Resultat. Es konnte nicht anders sein, wir mussten irgendwann einen Picard zu unserer Familie zählen. Wir waren vorbereitet und verteilten, leider dummerweise vorerst an die Besitzer:innen der Rüden, die uns gefallen haben, kleine Kärtchen mit unseren Kontaktdaten und einem Picard-Bild. Schnell wurde jedoch klar, dass wir eher die Hündinnen-Besitzer:innen ansprechen müssen und so sind wir auf die Hündin Scully gestoßen. Sie hat uns sofort extrem gut gefallen und ab da hatten wir nur noch Augen für sie. Der Kontakt mit Scully’s Menschen Katja und Bille war auch dank der Welpenvermittlerin Frau May schnell geknüpft. Am 25.09.2021 besuchten wir dann den wunderschönen Holunderhof im Odenwald und konnten die Bewohnerinnen näher kennenlernen. Wir haben schon zu diesem Zeitpunkt sehr gehofft, dass wir einen Welpen von Scully bekommen und haben daher auch nie Kontakt zu anderen Züchter:innen aufgenommen. Wir mussten uns aber noch mehrere Monate gedulden, bis wir schließlich die Nachricht bekamen, dass wir eine kleine Fellnase aus dem A-Wurf bei uns einziehen lassen dürfen. Unser Wunsch war es ein Weibchen zu bekommen, weil der Name „Aimée Ruby“ schon irgendwie feststand. Dennoch waren wir flexibel und hätten auch einen Rüden (Aimé Robert?) genommen. Am 16.06.2022 bekam Scully 9 Welpen und eine davon, unserer Aimée Ruby von der Holunderhofbande, durfte dann am 12.08.2022 bei uns einziehen und bereichert seither unser Leben.

Wie beschreibt man dieses störrische Fellzottelwesen am besten? Hier könnte man sicher einige der typischen Charakterbeschreibungen des Berger de Picardie zitieren, aber ich bin davon überzeugt, dass Rasseprofile zwar zutreffen, es aber innerhalb der Rasse die unterschiedlichsten Charaktere gibt. So zählt Ruby, vermuten wir, eher zu den ruhigeren Picard-Zeitgenossen. Wir erleben sie als durchsetzungsstark, lustig, autistisch, Bällchen-süchtig, kontrollierend, verfressen, eifersüchtig, und sie fordert sehr viele Kuscheleinheiten. Sie kann nicht gut ohne uns sein und weiß in der Regel, wie sie zu ihrem Ziel kommt. Ruby ist sehr lieb mit unseren Katzen, anderen Hunden und Menschen, insbesondere Kindern. Ruby ist an zwei Tagen in der Woche in der Praxis meiner Frau als Therapiehund. Zusammen haben sie 2024 eine Ausbildung in hundegestützter Psychotherapie absolviert. Von unseren Hundetrainerinnen wird Ruby zudem als sensibel, intelligent, abhängig von ihren Menschen, ihre Ressourcen verteidigend und territorial beschrieben. Ruby’s Spitzname in der Hundeschule: Sheriff! Unser Spitzname für Ruby: Robat! Ruby geht gerne mit uns wandern, mit meiner Frau geht sie joggen, sie liebt Suchspiele und schwimmt auch gerne. Ruby kann es nicht leiden, wenn wir lustig, also für sie „außer Kontrolle“ sind. Wir werden dann sofort gemaßregelt. Ruby war sicher kein einfacher Welpe, und es gab Momente, in denen wir fast verzweifelt sind. Man hatte das Gefühl ein kleines Wildtier bei sich aufgenommen zu haben und die Bindung ließ sich von meiner Seite anfangs nur schwer aufbauen. Ruby hat bis zu ihrem zweiten Lebensjahr so viel Mist gebaut, dass der Platz hierfür nicht ausreichen würde. Bei Interesse erzählen wir aber gerne noch die eine oder andere Anekdote. Wir haben uns in der Erziehung von Ruby stets Unterstützung von Trainerinnen und unseren Züchterinnen geholt. Auch der Austausch und Zusammenhalt mit den Menschen von Ruby`s Geschwistern hat uns sehr oft bestärkt und geholfen. Jetzt ist Ruby schon 3,5 Jahre alt und es hat sich so viel verändert und entwickelt (mehr dazu siehe u.a. „Zucht“). Wir konnten dank der großartigen Kurse unserer Hundeschule (Pfalzfelle - siehe auch "Ausildung") ab Herbst 2023 bis jetzt unglaublich große Fortschritte mit Ruby machen und sind sehr stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir werden weiter trainieren und viele neue Dinge mit ihr ausprobieren. Es wird keinen Stillstand geben und es werden sich neue Erfahrungen und unvergessliche Erlebnisse auf dem gemeinsamen Lebensweg mit diesem Herzenshund ergeben. Ich kann heute sagen, dass ich sie sehr liebe und vielleicht, oder ganz sicher, haben auch die schwierigen Zeiten dazu beigetragen, dass wir nun eine so starke Bindung haben. Fest steht, ich bin extrem vom Picard-Virus infiziert. Und es stimmt und steht in jeder Picard-Rassebeschreibung, der Picard ist sehr auf seine Familie bezogen. Ruby gibt uns sehr viel!

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